Freitag, 18. November 2011

Verdammt. Immer wieder diese leere Fülle zwischen Magen und Lunge, wenn ich an dich denke, dieses Zähneklappern, wenn ich überleg wie es wäre dich bei mir zu haben, diese Nervosität mir von andern anmerken zu lassen, das du mich beeinträchtigst.

Manchmal ist es beeindruckend wie schnell Menschen sich verändern.
Dabei war es doch garnicht schnell.
Ihr kennt es doch alle. Man hat Spaß, Freude oder auch richtige Lust am Leben, man denkt "Ja, so muss das sein" und dann sind schon wieder 5 Stunden vorbei. Wie nichts.
Ich glaube, würde das nicht so schnell gehn, würde man sich langweilen. Müsste man nicht gerade WEIL es so schnell geht, viel zu viel verpassen?
Viel zu viele Eindrücke die man sammeln könnte nicht bemerken?
Aber wenn man keinen Spaß hat. Sich langweilt. Wartet. Keine Kontakte knüpft. Man sich nicht wohl fühlt. Warum dauert es dann so lang?
Es ist doch unerträglich. Du bist krank, aber es geht dir bestens. Nein der Arzt sagt du bist krank.
Was ist schon eine Krankheit?
Du sitzt im Wartezimmer. Befürchtest das schlimmste.
Was auch sonst? Wenn du auf was gutes hoffst, trifft es eh nicht ein. Das weißt du.
Du stellst dir vor wie der Arzt dir erklärt was du hast.
Diese endlose Zeit im Wartezimmer.
Du guckst dich um. Musterst die anderen.
Wäre es unhöflich zu fragen, was die haben?
Du starrst das Bild an, das dort rumhängt.
Überlegst ob diese Figuren irgendwas zu bedeuten haben.
Irgendwas mit diesem Ort.
Ja. Das haben sie.
Sie können sich nicht bewegen, sie sind still.
Sie bleiben stehen.
Wie die Zeit.
Du setzt dich anders hin.
Das macht Geräusche.
Andere blicken von ihren Zeitschriften hoch.
Du guckst aus dem Fenster.
Und dann passiert etwas.
Du wirst aufgerufen.
Oder, meinten die überhaupt dich?
Es war zu laut, du bist dir nicht sicher.
Diese ohrenbetäubende Stille war zu laut.
Ja Menschen können sich verdammt schnell verändern.
Nehmen wir mal mich als Beispiel.
Ich war das Mädchen.
Das Mädchen mit den hässlichen Klamotten.
Das was immer krank war, wenn Musik war.
Musik beim bösen alten Mann, von dem alle schlimste Sachen erzählen.
Die Zeit war endlos.
Es musste was passieren.
So konnte es nicht weitergehn.
Kennt ihr das Gefühl, wenn ich eure Angt besiegt, und etwas ganz mutiges macht?
Auch wenn es für jeden anderen noch so unbedeutend ist?
Das Gefühl kenn ich nur zu gut.
Du wechselst die Klasse.
Wen kennst du?
Niemanden.
Warum bist du hier?
Es fühlt sich unangenehm an.. Was machst du hier?
Wird dich einer ansprechen. Oh nein bitte nicht!
Was soll ich sagen?
Meine ersten paar Freunde werd ich bestimmt kriegen.
Vielleicht.
Was wirst du in der Pause machen?
Man lebt sich ein.
Man lebt sich ein in soetwas.
Es muss doch so sein.
Jeder Ausländer der neu in ein Land kommt wird irgendwann auch nur ein Wort der dort heimischen Sprache sprechen.
Du hast dich eingelebt.
Hast deinen Platz gefunden.
Freunde.
Du bist so schüchtern.
Du machst etwas unglaublich mutiges.
Es geht schon wieder so schnell vorbei.
Du musst was ändern.
Dein Leben ist zu langsam.
Deine Freunde kenne dich nicht von allen Seiten.
Wer kennt mich am besten?
Ich? Nein.
Ich muss mich selbst noch kennenlernen.
Du probierst alles aus.
Klamotten.
Sprüche.
Einstellungen.
Was hat dir am besten gefallen?
Was bleibt, was nicht?
Wie kennen dich deine ganz alten Freunde?
Gut? Zu gut?
Sie waren doch bei deinem Wandel dabei, oder?
Hat das irgendwer mitbekommen?
Hab ich jetzt einen Standpunkt? Einen Charakter?
Du hast alles.
Deinen Style.
Deinen Humor.
Deine Meinung.
Du hast Freunde.
Deine Freunde sind auf deinem Niveau.
Up to date.
Up to you.
Doch die alten?
Wo sind die eigl?
Du triffst sie wieder.
Ist irgendwas anders?
Wann haben wir uns das letzte mal richtig unterhalten?
Wer ist denn das nochmal?
Von wem redest du jetzt? Von DIR?

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